ChatGPT und KI im Mittelstands-Marketing einführen: Typische Fehler vermeiden

ChatGPT und KI in kleinen Marketing-Teams einführen.

5 Punkte, damit es im Mittelstand wirklich funktioniert.

Kleine Marketingteams von einer Größe von 1 bis 5 Mitarbeitenden im Mittelstand müssen oft zahlreiche Marketing- und Contentkanäle parallel stemmen und haben wenig Zeit für die Ausarbeitung von Texten. Im Extremfall müssen sie auch noch andere Abteilungen unterstützen oder an firmenübergreifenden Projekten mitarbeiten. Sie haben schon einige Marketing Tipps gelesen, wie sie KI am besten für Texte nutzen. Gleichzeitig befürchten sie, dass sich KI oder ChatGPT nur für große Unternehmen lohnt. Doch das Gegenteil ist der Fall: Gerade kleine Teams und KMU sind bei der Nutzung von KI-Tools im Vorteil, da sie schnell reagieren können, freier sind und nicht immer an vorgegebene, starre KI-Vorgaben im Unternehmen gebunden sind. Damit der Start erfolgreich und ressourcenschonend gelingt, finden Sie hier fünf wertvolle Tipps - speziell zugeschnitten auf kleine Teams und mittelständische Unternehmen.
  

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Einen passenden KI-Verantwortlichen festlegen

Bestimmen Sie einen Projektleiter/Verantwortlichen/Task-Force-Leiter für die KI-Einführung. Der Teamleiter muss mit dieser Person in ganz engem Austausch stehen. Der Verantwortliche kann alle aufkommenden Tätigkeiten übernehmen und ist der Ansprechpartner im Alltag. So wird der Teamleiter entlastet. Entscheidungen werden jedoch mit dem Teamleiter getroffen. Der Verantwortliche ist mit folgenden Aufgaben betraut:

  • Abstimmung mit Teamleiter
  • Operativer Ansprechpartner im Team
  • Kommunikator für Entwicklungsschritte, die für das Team relevant sind
  • Teilweise Recherche nach Tool-Lösungen
  • Betreuung von Umstellungen im Team
  • Schnittstelle zu IT etc.

Diese Eigenschaften sollte der Verantwortliche mitbringen:

  • Ausreichende Zeit-Kapazität für das KI-Projekt freischaufelbar. Z. B. 15 Stunden pro Woche fix
  • Keine zu starke zeitliche Bindung in anderen kritischen Projekten
  • Positive Einstellung zu Neuem
  • Pragmatisch und auf echten Mehrwert für das Unternehmen fokussiert
  • Eigenständiger Umsetzer
  • Gute Kommunikationsfähigkeiten, diplomatisch
  • Vertrauensperson des Teamleiters
  • Anerkannt im Team
  • Kennen einiger KI-Workflows im Marketing, z. B. durch das Besuchen eines praxistauglichen Kurses wie "Mini-Prompts und Shortcuts für KI-Tools"

Prüfen: Bestehende KI-Tools im Unternehmen übernehmen?

Wer für seine Abteilung unnötige KI-Sonderlösungen wählt, generiert unnötigen Aufwand und Kosten. Prüfen Sie deshalb unbedingt mit der IT-Abteilung, ob Synergien genutzt werden können:

  • Gibt es unternehmensweite KI-Lösungen bzw. Planungen dafür? Welche Möglichkeiten bieten diese dem Marketing? Möglicherweise wird z. B. Copilot für das gesamte Unternehmen eingeführt. In diesem Fall wäre ein separates ChatGPT im Marketing überflüssig, da Copilot auf der ChatGPT Technik basiert. In diesem Fall wäre dann die Aufgabe für das Marketing, Copilot so zu konfigurieren, dass es für das Marketing hilfreich ist. Das Marketing muss sich aktiv in den Prozess einbringen - denn nur die Fachabteilungen wissen, welche Funktionen wirklich gebraucht werden. Die IT kann eher nur umsetzen. Sollten am Ende gewünschte Funktionen nicht abgedeckt sein, könnten zusätzliche Marketing KI-Lösungen Sinn machen.
  • Welche datenschutzrechtlichen Schranken gibt es für die Nutzung von KI-Tools? Hier weiß meist die IT oder IT-Security Bescheid.
  • Gibt es bereits abgeschlossene unternehmensweite KI-Projekte? Wie sind hier die Erfahrungen und welche Learnings gab es? Gibt es wichtige Infos für das Marketing?

Automatisierungen und Lösungen für Routinetätigkeiten als erstes umsetzen

Einen besonders großen Mehrwert liefert die KI für die Automatisierung bestehender Prozesse und wiederkehrende Aufgaben. Deshalb sollte der Projektverantwortliche unbedingt alle wiederkehrenden Tätigkeiten und Prozesse in der Marketingabteilung vollständig erfassen. Das können beispielsweise sein:

  • Texte für E-Mails erstellen
  • Grafiken aktualisieren
  • Protokolle schreiben
  • Blog-Artikel adaptieren
  • Wöchentliche Themenrecherche nach einem Blog-Thema
  • Textlektorat
  • Social-Media-Posts
  • Produktbeschreibungen
  • etc.

Im Anschluss sollte recherchiert werden, mit welchen KI-Lösungen der Prozess automatisiert werden kann. Das kann der Projektverantwortliche gemeinsam mit dem Aufgaben-Verantwortlichen machen. Testversionen geben einen guten Überblick und kosten in der Regel nichts. Damit können gut Pilotprojekte und Testphasen durchlaufen werden und ein Fazit gezogen werden. Optimierungen sollten auch messbar sein. Gerade der Zeitaufwand ist leicht messbar, im besten Fall auch die Qualität. Die Qualität kann meist nur indirekt über Kundenreaktionen gemessen werden. Wichtig ist, konkrete Messgrößen auszuwählen.

Wichtig: Die Prozesse vereinfachen und verändern sich meist durch die KI-Einführung. Vergessen Sie dieses Potential nicht und passen Sie die Prozesse an! So können mehrere Prüfschleifen in Form von Schlussredaktion, Korrektorat und Lektorat im neuen Prozess oft beispielsweise in einem Anlauf mit einer Person abgedeckt werden.

Prompt-Vorlagen richtig ablegen

Bei der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben für die KI oder der gemeinsamen Nutzung von ChatGPT im Team entstehen oft Prompt-Vorlagen.

Der Prompt lautet dann nicht mehr:

 

"Erstelle einen Social Media Post zu X"

 

sondern:

 

"Erstelle einen Social Media Post für LinkedIn. 

Ziel: ()

Zielgruppe: ()

Hintergrundinformationen:()

Länge und Format: ()

Textstil: ()

NoGos: ()

Rolle: ()

Thema: ()"

Bisherige Posts: (LINK)

 

Soll nun ein Social Media Post erstellt werden, wird diese Vorlage verwendet und es werden nur wenige Punkte aktualisiert.

Solche ausgearbeiteten und optimierten Prompt-Vorlagen sind ein wertvoller Schatz der Abteilung. Deshalb müssen sie gut auffindbar zentral abgelegt werden. Es muss unbedingt festgelegt sein, wo dieser Ort ist. Prompt-Vorlagen müssen zwingend laufend weiterentwickelt werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Ablagen immer aktuell geführt sind. Dies muss der Projektverantwortlich überwachen.

Eine positive Teamstimmung schaffen

Veränderungen - insbesondere durch die KI - schüren oft Angst bei Mitarbeitenden. Wichtig ist, diese Ängste ernst zu nehmen und für eine positive und dem Neuen gegenüber aufgeschlossene Stimmung zu sorgen. Das ist Chefsache! Der Teamleiter sowie der Projektverantwortliche muss unbedingt ein enges Ohr an den Mitarbeitenden haben und Zweifel sofort aufgreifen. Der Fokus sollte immer klar sein: Optimierungen durch die KI haben nicht das Ziel, Mitarbeitende zu ersetzen, sondern schaffen neue Zeit, die für andere Tätigkeiten eingesetzt werden kann, damit die Abteilung noch besser werden kann.

Pilotprojekte, bei denen gezeigt wird, wie durch KI-Einsatz Dinge optimiert wurden, und die im Team oder unternehmensweit vorgestellt werden, motivieren zusätzlich und machen die Teammitglieder stolz. Auch ein Artikel in einer Zeitung kann eine schöne Idee sein.

Weiterbildungen - beispielsweise wie man das volle Textpotential in ChatGPT mit den richtigen Einstellungen hebt - können eine weitere Form der Motivation sein. Denn oft führt ein besseres Verständnis für das Ganze zu einer besseren Akzeptanz.

So sollten Sie die KI im Marketing auf keinen Fall einführen:

Auf keinen Fall sollten Sie als Teamleiter alle Teammitglieder beauftragen, sich "irgendwie mit den Möglichkeiten der KI" zu beschäftigen. Das bindet zu viele Kapazitäten und führt zu Verwirrung. Und gerade bei so einem neuen Thema, das einigen auch Angst machen mag, ist klare Führung wichtig.

Das können KI-Tools wie ChatGPT nicht:

  • eine komplett fertige Strategie liefern
  • Marketingwissen komplett ersetzen
  • Endkontrolle der Inhalte 100 Prozent verlässlich durchführen

Autorin: Christiane Kreutmair - Trainerin und Dozentin von WAMATI Marketing

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